Grundwasser/Vorflut

Zu den gesetzlichen Aufgaben der LINEG (Linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft) gehört auch die Regulierung von Grundwasser- und Vorflutstörungen in Bergsenkungsgebieten. Auch die Bergsenkungen des Abbaus von Cavity haben die Vorflut und den Grundwasserstand im beeinflussten Bereich verändert.
Als Genosse der LINEG kommt Cavity nach dem Verursacherprinzip durch seine Beiträge für die Schäden auf, die durch den Salzbergbau verursacht worden sind. Zurzeit zahlt Cavity mehr als eine Million Euro pro Jahr.

Bergsenkungen ausgleichen, Grundwasser regulieren

Die Linksrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) realisiert mit verschiedenen Teilprojekten die Regulierung von Gewässern rund um Borth und Wallach. Ziel ist es, die zu erwartenden bergbaubedingten Einflüsse auf Grundwasser, Vorflut und Regenwasserableitung auszugleichen. In anderen Bereichen, wie beispielsweise in Menzelen, wird das seit vielen Jahren so praktiziert. Die Cavity GmbH beteiligt sich gemäß der gesetzlichen Verpflichtung finanziell und mit Know-how an den Projekten.

Ein Überblick:

Pumpanlage nördlich von Borth und Wallach (Stand: 2016)

Das ist geplant!
Grundwasser- und Vorflutpumpanlagen nördlich von Borth und Wallach sollen Grundwasser unterirdisch hinter den Deich in die Rheinauen befördern. Das wird notwendig ab einem Wasserstand von zehn Metern. Diese Marke wurde das letzte Mal im Januar 2011 erreicht.

Darum ist das wichtig!
Durch die Bergsenkungen nördlich von Borth und Wallach werden neue Grundwasserpumpanlagen erforderlich. Diese sind auf die prognostizierten Endsenkungen ausgelegt. „Die neuen, leistungsfähigen Anlagen werden
so gesteuert, dass die Keller in den Senkungsbereichen des „Neuen und des Alten Solfeldes“ auch in der Zukunft trocken bleiben. Natürlich werden auch die landwirtschaftlichen Flächen nicht vernässen,“ betont Ralf Kempken von der LINEG. Besonders wichtig werden die neuen Anlagen sein, wenn durch die Nähe zum Rhein bei einem Hochwasser landeinwärts ein schneller Anstieg des Grundwassers abzufangen ist.

So geht es weiter!
Zurzeit ist das Projekt in der Ausführungsplanung. Die Ausschreibung erfolgt 2016. Die Bauarbeiten – in den Straßen wird in bis zu fünf Metern Tiefe eine Drainage verlegt – sollen noch 2016 beginnen und im Herbst 2017 abgeschlossen sein.

Borthsche Ley

Das ist geplant!
Ein neuer Entwässerungsgraben von Borth bis nach Ossenberg. Oberflächenwässer aus dem Raum Alpen werden westlich von Borth über den Schwarzen Graben nach Norden abgeleitet. Auf ihrem Weg zur Bislicher Insel durchflie­ßen sie Senkungsbereiche des Steinsalzbergwerks Borth. Um zu vermeiden, dass diese Wässer zukünftig gepumpt werden müssen, wird eine Verbindung zur Borthschen Ley geschaffen, die nach Süden fließt. Außerdem werden die im nördlichen Borth anfallenden Regenwässer zu oberirdischen Versickerungsflächen geleitet oder mit natürlichem Gefälle mit einem Überlauf bis ins Rheinvorland nördlich der Ossenberger Schleuse flie­ßen. Auf der rund vier Kilometer langen Strecke können vorhandene Gräben und Bäche größtenteils genutzt werden. Das Projekt erfüllt die Wasserrahmenrichtlinien und wird mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt.

Darum ist das wichtig!
Der nördliche Teil der Regenwasserableitung kann dann vom Borther Kanalnetz abgekoppelt werden. Die Kanalisation wird dadurch entlastet. Bei starken oder lang anhaltenden Regenfällen sinkt das Überflutungsrisiko, weil die Kanäle die Wassermengen besser aufnehmen können. Weitere Vorteile: Durch die Einleitung können die Gräben und Bäche dauerhaft Wasser führen. „Zusätzlich entsteht neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen“, sagt Ralf Kempken von der LINEG.

So geht es weiter!
Der Grabenverlauf soll Anfang 2016 ausgearbeitet werden. Ziel sei es, überwiegend siedlungsfreien Raum zu nutzen. Kempken: „Innerhalb der bestehenden Grenzen gibt es ausreichend Platz, ein neues Gewässer anzulegen. Ende Oktober wurde das Planfeststellungsverfahren gestartet. Im Frühjahr 2016 soll ein Flurbereinigungsverfahren beginnen. Dann werden alle Grundstückseigentümer angesprochen.“

Druckrohrleitung Bislicher Insel

Das ist geplant!
Vom Baggersee Menzelen II führt eine neue Druckrohrleitung zur Bislicher Insel. Die Bauarbeiten an der rund vier Kilometer langen unterirdischen Leitung und der neuen Pumpanlage wurden Ende Oktober abgeschlossen – die Leitung ist einsatzbereit.

Darum ist das wichtig!
Die neue Pumpanlage in Menzelen-Ost mit ihrer Druckrohrleitung zur Bislicher Insel hilft den Senkungsschwerpunkt zwischen Menzelen-Ost und Ginderich zu entwässern. Vorteil: Bei höheren Grundwasserständen, die insbesondere nach Rhein-Hochwässern vorkommen, kann das Wasser künftig über einen zweiten Förderweg aus dem Senkungsgebiet abgeleitet werden.

LINEG-Pumpanlagen im Bereich des ehemaligen Salzbergbaus (Stand: 2015)

In den vergangenen Jahrzehnten haben die durch den ehemaligen Salzbergbau verursachten Bergsenkungen auch den Flurabstand beeinflusst. An sieben Grundwasser- und zwei Vorflutpumpanlagen-Standorten reguliert die LINEG seit 1982 das Grundwasser im Einflussbereich der Cavity GmbH. Ziel ist es, die vor Senkungsbeginn vorhandenen Grundwasserstände zu halten, Veränderungen auszugleichen und die Flurabstände bei hohen Grundwasserständen zu sichern. Bei der Planung der Anlagen (Standorte, Pumpleistungen etc.) arbeiten LINEG und Cavity eng zusammen.

Auf der Karte sehen Sie, wo die LINEG im Cavity-Bereich bereits Anlagen gebaut hat (blau, 1983 – 2004) und wo aufgrund weiterer Senkungen neue geplant sind (rot, 2013 – 2021).

LINEG-Pumpanlagen im Bereich des ehemaligen Salzbergbaus

Pumpanlagen

Grundwasserpumpanlagen der LINEG

Grundwasserpumpanlagen der LINEG

Die LINEG betreibt ca. 180 Grundwasserpumpanlagen; davon rund 30 im Bereich des ehemaligen Salzbergbaus. Sie gleichen die durch bergbaubedingte Bodensenkungen eingetretenen Flurabstandsverringerungen aus, damit die Gebiete bewohnbar und landwirtschaftlich nutzbar bleiben. Das Anlagennetz wird kontinuierlich modernisiert und erweitert. Die LINEG-Pumpen sind für alle denkbaren Störungen gewappnet: So stehen sie auch in Notfällen ständig unter Strom. Mit Dieselkraftstoff betriebene Notstromaggregate garantieren, dass technisch bedingte Ausfälle jederzeit überbrückt werden können.
Quelle: LINEG

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